Purpurmond - Heike Eva Schmidt [Rezension]

2. August 2012 | 6 Kommentare




Preis: 15,50€ [A]
Erschienen: 01.03.2012
Verlag: Droemer/Knaur
Einband: gebunden
Seitenanzahl: 351
Altersempfehlung: ab 12












In einem Keller findet die 17jährige Cat einen alten Halsreif und probiert ihn sofort an. Im nächsten Moment findet sie sich im Bamberg des Jahres 1632 wieder, zur Zeit der Hexenverbrennungen. Im 17. Jahrhundert fällt Cat mit ihren modernen Kleidern, ihrer modernen Sprache und ihren falmmend roten Haaren auf wie ei bunter Hund. Es dauert auch nicht lange, und eine Horde Kinder singt ihr das Schmählied "Hexe, Hexe, du sollst brennen" hinterher. Cat weiß, dass sie so schnell wie möglich in die Gegenwart  zurückmuss, und mit Hilfe der kräuterkundigen Dorothea und deren sympathischem Bruder Jakob gelingt es ihr auch.
Aber zurück im Hier und Jetzt sind Cats Probleme nicht vorbei, denn der Halsreif lässt sich nicht mehr abnehmen, sondern zieht sich stattdessen langsam, aber sicher zusammen. Wenn das so weitergeht, wird Cat ersticken! Sie beginnt zu recherchieren und entdeckt, dass der Halsreif von einer in Bamberg verbrannten Hexe mit einem Fluch belegt wurde. Wenn Cat ihn brechen will, muss sie zurück zu Dorothea und Jakob, die die Einzigen sind, die ihr in ihrer Not noch helfen können ...


Das Cover ist wirklich sowas von hübsch anzusehen. Darauf zu sehen sind glänzende Schnörkel und ein paar Relikte aus dem 17. Jahrhundert, alles in purpur-lila-pink-weinrot gehalten. 
Der Titel Purpurmond bezieht sich auf den purpurnen Zeitstrudel, der Cat immer vom 17. ins 21. Jahrhundert bugsiert, und 'Mond' bezieht sich wohl auf den Fluch, der auf dem Kupferhalsreif liegt.

Die Charaktere waren gut, aber nicht unbedingt was Besonderes. Cat fällt immer wegen ihrem Karottenschopf auf - ich weiß, dass sie höchstwahrscheinlich keine gefärbten roten Haare hat, aber ich konnte mir einfach kein flammend rotes Naturrot vorstellen.. Ich habe mir Caitlin immer wie Ariana Grande vorgestellt, wie man am Bild ja sehen kann. Dorothea ist die typische Dorfschönheit, aber dazu noch klug. Man muss sie einfach mögen.

Jakob finde ich sowas von toll :D Ein heißer Mönch, was ist das denn bitte für eine glorreiche Idee? Okay, Spaß beiseite. Endlich mal nicht der typische Frauenheld-Superman-George Clooney-Badboy-Held. 

Weil es ja ein deutsches Buch von einer deutschen Autorin ist, das in Deutschland spielt, wusste ich nicht recht was ich mit den Namen anfangen sollte. Es hat sich dann so ergeben, dass ich Cat und Daniel (Dorothea's Geliebter) englisch, Dorothea und Jakob deutsch ausgesprochen/gedacht habe. 

Geschichtliches in ein Buch einfließen lassen finde ich generell extrem gut und interessant. Das gibt der Geschichte so was Realistisches, außerdem liest man nicht einfach nur, sondern man hat auch das Gefühl man lernt was dazu^^ 
Oh und überhaupt: Ich liebe das immer, wie die Leute in der Vergangenheit reden :)
Die Zeitreisen geben dem Buch den Edelstein-Touch. Und obwohl meine Erinnerung an Rubinrot & Co. schon etwas verschwommen sind, kann ich denke ich sagen, Purpurmond hat mir besser weil es 1) sehr sehr humorvoll geschrieben ist 2) es nicht ganz so kitschig war 3) ein abgeschlossenes Buch ist (was, denke ich, schwieriger zu schreiben sein muss als eine Serie) und 4) das klingt jetzt blöd bei einer Geschichte, in der es unter anderem um Zeitreisen geht aber es wirklich irgendwie realistischer.
Kleiner Logikfehler zu Anfang des Buches: Als Cat im Drudenkeller eingesperrt war und so Angst hatte dass in maximal einer Stunde die Kerzen ausgehen hätte sie auch einfach ein paar ausblasen und später mit den brennenden wieder entzündet können..
Noch ein komischer inhaltlicher Fehler: Ich habe nicht gewusst wie alt Cat nun ist, weil mitunter glaube ich zweimal erwähnt wird, sie sei 16. Liebe Leser, die Gute ist 17. 

Nicht nur Cats Ausdrucksweise - die im 17. Jahrhundert reichlich unangebracht wirkt, aber das macht ja ihren Charme aus - sondern auch der Schreibstil der Autorin wirken sehr jugendlich. Jugendlich und ungemein witzig. Es gab wirklich Stellen, an denen ich geschmunzelt, gelacht oder von mir aus auch gekichert habe.

Was die Zeitreisegeschichte, wie oben erwähnt.. realitätsgetreu darstellt: die Autorin erwähnt oft Personen, Dinge etc. die es wirklich gibt. (Ich weiß nicht, warum Autoren das so selten machen, aber es wird wohl etwas mit Datenschutz, Werberecht und sowas zu tun haben.) Dieter Bohlen, Barbara Salesch, Lady Gaga, Media Markt und Paris Hilton sind nur einige davon. Und als Sido und der Musikantenstadl in einem Satz erwähnt wurden, musste ich wirklich lachen. Das dürfte Frau Schmidt vielleicht ein Dorn im Auge sein, wenn sie das Buch in eine andere Sprache übersetzen lässt, weil die Leser vielleicht nicht wissen, wer oder was gemeint ist.
Ich schweife bei meinen Rezensionen immer zu sehr ab.. Zurück zum Buch. 


Da das Mönchsrudel jeden Moment auftauchen konnte, kroch ich, ohne nachzudenken, rücklings durch die Öffnung. In der Erwartung, sogleich festen Boden unter die Füße zu bekommen, ließ ich los - und legte erst mal eine unfreiwillige Slapsticknummer hin. Wie ein steppender Bär suchte ich auf irgendwelchen kugeligen, kullernden Dingern Halt und fiel prompt auf den Hintern.

Obwohl Dorothea, Cat, Daniel und Jakob über die Hälfte des Buches nichts anderes machen, als Überlegen wie sie den Oberrichter Förg austricksen könnten, habe ich mich eigentlich die ganze Zeit über gut unterhalten gefühlt.

Als Cat mal denkt Ich liebe ihn so sehr! kam mir das auch etwas plötzlich, schließlich haben sich Jakob und Caitlin bis jetzt nur einmal geküsst, und hatten auch nicht gerade soo viel miteinander zu tun.

Ich finde aber, man hätte dieses Kriegs-Feeling besser einbauen können, schließlich befindet sich 1632 mitten im dreißigjährigen Krieg.

Das Ende hat mir das Herz zerrissen^^ (Und an der Stelle mit dem Grabstein hätte ich wirklich fast geheult. Fast.) Aber was will man machen. Es ist ein Einzelband (endlich mal wieder!). 
Trotzdem gibt es eine Art Happy End. (Nur ist es nicht nach meinem Geschmack.)



Da ich mir nicht viel erwartet hatte, wurde ich durchaus positiv überrascht von diesem tollen, witzigen Jugendbuch. Ich kann mir aber vorstellen, dass 'ältere' Leser nicht ganz so angetan sind wie ich.
5 von 5 Punkten :) 







6 Kommentare

  1. Ich kann dir eigentlich nur zustimmen ;) Fand das Buch gut, aber es hätte auch noch besser gehen gehen können, daher nachvollziehbar, dass du das Sternchen weglässt :D

    Nebenbei habe ich dich übrigens getaggt:
    http://dreamcatchers-rezensionen.blogspot.de/2012/08/tag-mein-herzensbuch.html

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    1. Aus unerfindlichen Gründen kann ich unter deinem Post keine Kommentare schreiben, aber ich danke dir für's Taggen und werde mir dazu was überlegen.. Ach Gott, die Geschichten, wie ich zu meinen Büchern gekommen bin sind immer so unspektakulär und langweilig :D
      Alles Liebe!

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  2. Ich hab deine Rezi bis zum Ende gelesen ;) *g*
    Bei mir liegt das Buch noch ungelesen da und ich werde es bald mal lesen :)
    Jedenfalls tolle Rezi! :D

    Liebe Grüße, Selina
    http://meine-lesewelt.blogspot.de/

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  3. Hab das Buch vor ein paar Monaten gelesen und ich fand's auch
    super ♥ Tolle Rezi :)

    Danke das du dich entschlossen hast meine Leserin zu werden ♥*o*

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